Was ist ein anamorphotisches Objektiv, und was kann es in der Praxis für Sie leisten? Lesen Sie diesen Artikel, in dem wir die Geschichte und die aktuellen Eigenschaften dieser Objektive erläutern, die die Standards der Filmindustrie infrage stellen.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie und warum die Filme, die wir auf großen Bildschirmen oder sogar im Kino sehen, mit schwarzen Streifen oben und unten beschnitten sind? Diese ikonische „Komprimierung“ des Bildes von oben und unten erfolgt mithilfe anamorphotischer Objektive, die anders funktionieren als ein gewöhnliches sphärisches Objektiv. Im Folgenden erklären wir, was ein anamorphotisches Objektiv ist, wie es funktioniert, welche Geschichte es hat und ob sich eine Investition darin lohnt.
Was ist ein anamorphotisches Objektiv?
Es handelt sich um spezielle Objektive, die ein größeres Sichtfeld aufnehmen können, indem sie das auf einen Kamerasensor auftreffende Bild horizontal komprimieren. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Objektiven durch die Verwendung zylindrischer optischer Komponenten um die optische Achse des Objektivs, im Gegensatz zu den sphärischen oder asphärischen Elementen herkömmlicher Objektive.
Diese Objektive zeichnen sich außerdem durch ihre extrem breiten Seitenverhältnisse von 2,39:1 und 2,66:1 aus, verglichen mit 16:9 oder 1,85:1 bei einem Standardobjektiv. Der „Typ“ eines anamorphotischen Objektivs hängt mit seinem Squeeze-Faktor für das Filmmaterial zusammen; das gängigste anamorphotische Objektiv ist beispielsweise ein 2x-Objektiv, das für ein Seitenverhältnis von 2,39:1 bei 35-mm-Film mit 4 Perforationslöchern ausgelegt ist.
Sie sind außerdem dafür bekannt, markante horizontale Lichtreflexe in blauen Farbtönen zu erzeugen, die in der Filmindustrie eingesetzt werden, um dynamischere Einstellungen in Filmen zu schaffen.
Im Gegensatz zu sphärischen Objektiven erhält man außerdem ein Bokeh mit unscharfen Lichtpunkten, die eine ovale Form annehmen, statt des herkömmlichen kreisförmigen Bokehs eines sphärischen Objektivs. Die Kompression solcher Objektive kann mit unterschiedlichen Faktoren skaliert werden; sie alle verleihen dem fertigen Filmmaterial mehr Tiefe und ein stärkeres Gefühl für die räumlichen Dimensionen.
Was ist die Geschichte anamorphotischer Objektive?
Ursprünglich wurde es von Henri Chrétien in Frankreich entwickelt, um der militärischen Infanterie im Ersten Weltkrieg ein größeres Sichtfeld zu geben. In den 1950er-Jahren gelangte es in die Hollywood-Industrie, setzte sich dort jedoch erst richtig durch, als Hollywood begann, dem Kinopublikum mithilfe anamorphotischer Objektive ein größeres Sichtfeld zu bieten.
Dies machte die Filmindustrie zu dieser Zeit empfänglicher dafür, sich Filme statt gewöhnliches Fernsehen anzusehen, da das Publikum ein größeres Sichtfeld erhielt und das Filmerlebnis dadurch immersiver und angenehmer wurde. Obwohl Filmemacher diese Objektive liebten, waren sie im Vergleich zu einem gewöhnlichen Kameragehäuse äußerst teuer und zudem sperrig und groß.
Darüber hinaus blieben sie in puncto Konsistenz hinter sphärischen Objektiven zurück und waren weniger leistungsfähig. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich dies geändert, da moderne anamorphotische Objektive sie in den Mittelpunkt der Filmproduktion gerückt haben. Marken wie SIRUI und andere haben es geschafft, sie kompakt und erschwinglich für unabhängige Filmemacher zu gestalten. Dies geschah ohne Einbußen bei der Bildqualität; tatsächlich erzeugen die neuen Generationen dieser Objektive inzwischen deutlich schärferes Filmmaterial als ihre Vintage-Pendants.
Merkmale anamorphotischer Objektive:
1. Sie können das Filmmaterial mit Stauchfaktoren „quetschen“; am häufigsten ist 1.33x, gefolgt von 1.5x, 1.8x und 2x.
2. Sie ermöglichen es Filmemachern, ultrabreite Aufnahmen ohne Zuschneiden und ohne Qualitätseinbußen zu erstellen.
3. Die optischen Elemente dieser Objektive erzeugen ein Bokeh mit länglichen Ovalen.
4. Sie können selbst bei wenig Licht eine filmreife, geringere Schärfentiefe erzeugen.
5. Sie werden außerdem eingesetzt, um die Illusion einer „erhöhten“ Tiefenwirkung im Hintergrund zu erzeugen.
6. Moderne Objektive dieses Typs zeichnen sich durch einen natürlichen Fokusabfall ohne Verzögerung aus.
7. Außerdem können sie charakteristische blau getönte Lichtstreifen erzeugen, was von Filmemachern für künstlerische Aufnahmen geschätzt wird.
Sollten Sie in ein anamorphotisches Objektiv investieren?
Letztendlich hängt es davon ab, was Ihre kreativen Anforderungen und Ihr Budget sind und ob Sie an einem einzelnen Projekt arbeiten oder langfristig in eine Karriere investieren möchten. Wenn Ihre kreativen Anforderungen eine solche Stauchung und einen filmischen Look nicht erfordern, sind Sie mit einer anderen Lösung besser beraten.
Wenn man jedoch bedenkt, wie viel günstiger und zugänglicher diese Objektive geworden sind und welche professionelle Ausgabequalität sie liefern, ist es besonders für unabhängige Filmemacher sinnvoller, in anamorphotische Objektive zu investieren.
Erstens erhalten Sie Filmmaterial mit Charakter und einem interessanten Look, ohne auf Auflösung zu verzichten. Außerdem können Sie mit den markanten blauen Flares und dem zylindrischen Bokeh spielen, die Sie mit diesen Objektiven erhalten. Objektive wie SIRUI Vision Prime kosten fast genauso viel wie ein herkömmliches sphärisches Objektiv, bieten aber deutlich mehr. Dieses Objektiv ist mit einer Vielzahl von Anschlüssen erhältlich und bietet dank seiner ultraschnellen Blende von T1.4 und drei vielseitigen Brennweiten eine hervorragende Grundlage, um Ihre Reise in die Cinematografie zu beginnen oder weiterzuentwickeln.

SIRUI Vision Prime 15/75/150 mm T1.4 Vollformat-Cine-Objektiv
- 46-mm-Bildkreis für Vollformatsensoren
- Ultraschnelle maximale Blendenöffnung von T1.4
- Natives E-Bajonett; Adapter für L, Z und RF
- 12-Lamellen-Blende für ein weiches Bokeh
- Kompakte asphärische Linsenkomponenten
