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Warum vertikale Videos ein eigenes anamorphotisches Objektiv brauchen?

Published on: September 15, 2026
Updated on: September 15, 2026
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Warum vertikale Videos ein eigenes anamorphotisches Objektiv brauchen?

Scrollen Sie fünf Minuten lang durch TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts, und Ihnen wird etwas auffallen: Nur sehr wenig davon sieht filmisch aus. Die meisten Kameras und Cine-Objektive - einschließlich anamorphotischer Objektive - basieren noch immer auf der Annahme, dass das Querformat der Standard ist und das Hochformat nur nachträglich berücksichtigt wird, meist durch Zuschneiden oder indem man die Kamera einfach seitlich dreht und auf das Beste hofft. Genau diese Lücke soll das SIRUI Saturn V2 schließen. Mit einem integrierten 90°-Drehmechanismus ist es ein anamorphotisches Vollformat-Cine-Objektiv, das zwischen horizontalen und vertikalen Aufnahmen wechselt, ohne die Kamera jemals verlassen zu müssen.

Der Aufstieg von vertikalen Videos und Micro-Dramas

Vertikale Videos sind kein Notbehelf mehr - für einen großen Teil des Internets ist das Hochformat mittlerweile die Standardausrichtung beim Ansehen, und die Zahlen bestätigen das. Laut einer Branchenübersicht zu Daten über vertikale Videos und Micro-Dramas aus dem Jahr 2026 erzielen Videos im Hochformat auf mobilen Plattformen ungefähr 90 % mehr Interaktionen als Inhalte im Querformat. Dieser Wandel hat eine eigene Inhaltskategorie hervorgebracht, die auf dem 9:16-Format basiert: Micro-Dramas oder kurze vertikale Dramaserien.

Dabei handelt es sich um kurze, als Serie angelegte Episoden - meist 60 bis 90 Sekunden lang -, die vollständig auf einem aufrecht gehaltenen Smartphone angesehen werden sollen. Laut einer Marktanalyse von Streaming Lens wuchs der weltweite Markt für vertikale Dramaserien von etwa 5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf geschätzte 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. Plattformen wie ReelShort und DramaBox erzielen inzwischen jeweils Umsätze von mehreren hundert Millionen US-Dollar und haben mehrere zehn Millionen monatlich aktive Nutzer. Was als mobile Neuheit begann, ist zu einer eigenständigen Produktionskategorie geworden - mit eigenen Teams, Budgets und zunehmend auch eigenen technischen Anforderungen.

Dieses Wachstum ist genau der Grund, warum „Drehen Sie einfach vertikal“ als Produktionsplan nicht mehr ausreicht. Micro-Drama-Studios, Social-First-Filmemacher und Marken, die Inhalte für Reels und Shorts produzieren, benötigen vertikales Filmmaterial, das bewusst gestaltet aussieht - nicht horizontales Material, das einfach gestreckt oder zugeschnitten wurde. Bis vor Kurzem war jedoch kaum ein Cine-Objektiv speziell dafür konzipiert. Eines der ersten war die Blazar Beetle 1.33x-Serie, eine kompakte anamorphotische Vollformat-Objektivreihe, die ebenfalls eine 90°-Drehtaste verwendet, um zwischen horizontalen und vertikalen anamorphotischen Aufnahmen zu wechseln. Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass eine echte Nachfrage nach diesem Format besteht - und Saturn V2 geht dasselbe Problem aus der Perspektive eines Vollformat-Cine-Objektivs an.

Das Problem mit vertikalen Videos

Hier liegt das Kernproblem: Anamorphotische Objektive sind optisch auf eine horizontale Kompression ausgelegt. Ein Großteil der heute aufgenommenen vertikalen Videos entsteht überhaupt nicht mit einer Kinokamera, sondern mit einem Smartphone oder einer kompakten Gimbal-Kamera wie der DJI Osmo Pocket oder Insta360 Luna. Diese Geräte eignen sich tatsächlich gut für vertikale Aufnahmen: Ihre Bildschirme wechseln zwischen den Ausrichtungen, und ihre Software ist auf die Ausgabe im 9:16-Format ausgelegt. Doch es handelt sich um Geräte mit fest verbautem Objektiv und kleinem Sensor. Was bisher fehlte, war das andere Ende des Spektrums - ein anamorphotisches Vollformat-Cine-Objektiv, das das Hochformat ebenso ernst nimmt wie das Querformat, anstatt es Smartphones und Kompaktkameras zu überlassen.

Jedes charakteristische Merkmal anamorphotischer Objektive - das ovale Bokeh, das breite Seitenverhältnis von 2,4:1 und insbesondere die Lichtstreifenreflexe - ist für ein horizontales Bild ausgelegt.

Dreht man ein herkömmliches anamorphotisches Objektiv für vertikale Aufnahmen auf die Seite, schrumpfen diese charakteristischen Merkmale nicht einfach - sie ändern vollständig ihre Ausrichtung. Der horizontale Lichtstreifenreflex, den Nutzer anamorphotischer Objektive wegen seiner klassischen filmischen Wirkung suchen, wird stattdessen zu einem vertikalen Streifen, der von oben nach unten durch das Bild verläuft und nicht von links nach rechts. Das ovale Bokeh dreht sich mit. Nichts davon ist grundsätzlich schlecht, aber es entspricht nur selten dem, wofür das Objektiv kalibriert wurde, und liegt vollständig außerhalb der Kontrolle des Kamerateams, sofern das Objektiv nicht bewusst auf eine Drehung ausgelegt ist.

Die andere Möglichkeit - das Objektiv während des Drehs physisch neu zu montieren oder auf ein zweites, speziell für vertikale Aufnahmen ausgelegtes Objektiv zu wechseln - ist an einem schnelllebigen Social- oder Micro-Drama-Set nicht realistisch. Eine einzelne Szene muss dort möglicherweise sowohl als 16:9-Version für YouTube als auch als 9:16-Version für TikTok ausgeliefert werden.

Wie das Saturn V2 das Problem vertikaler Videos löst

Das Saturn V2 ist eine anamorphotische 1.6x-Cine-Objektivserie für Vollformat, erhältlich mit den Brennweiten 35 mm, 50 mm und 75 mm, jeweils mit einer konstanten T2.9-Blende. Das herausragende Merkmal ist ein integrierter 90°-Drehmechanismus, der direkt in das Objektivgehäuse eingebaut ist und es ermöglicht, zwischen horizontalen und vertikalen anamorphotischen Aufnahmen zu wechseln, ohne das Objektiv von der Kamera abzunehmen.

SIRUIs Slogan für das Objektiv - „Ein Objektiv, zwei visuelle Sprachen“ - bringt die grundlegende Designabsicht zum Ausdruck: Statt das Hochformat als zugeschnittene oder kompromittierte Version des Querformats zu behandeln, betrachtet Saturn V2 beide als gleichwertige Aufnahmemodi, jeweils mit einem eigenen kalibrierten optischen Verhalten. Dazu gehört auch der neutrale Lichtreflex des Objektivs, der sich in beiden Ausrichtungen an die Farbe der Lichtquelle anpasst, auf die es gerichtet ist.

Ein Objektiv, zwei Formate in der Praxis

In der Praxis bedeutet das, dass ein einziges Saturn V2 den kompletten plattformübergreifenden Auslieferungsworkflow eines Drehs abdecken kann. Ein Musikvideo, ein Markenwerbespot oder eine Micro-Drama-Episode kann für eine YouTube- oder Kinofassung im Breitbildformat 2,4:1 кадriert und anschließend für eine vertikale 9:16-Version für TikTok, Reels oder eine Kurzdrama-App um 90° gedreht werden - ohne das Rig auseinanderzubauen, um Objektive oder Kameras zu wechseln.

Für Teams mit engen Bearbeitungsfristen bei Social Content bedeutet das unmittelbar weniger Objektivwechsel, weniger Ausrüstung und einen einheitlichen anamorphotischen Look über alle Formate hinweg, die ein Projekt liefern muss. Eine vollständige Erklärung des Drehmechanismus selbst bietet SIRUI in einem Schritt-für-Schritt-Tutorial für horizontale und vertikale Aufnahmen.

Desqueeze-Verhältnisse erklärt

Da das Saturn V2 in zwei Ausrichtungen aufnimmt, erzeugt es auch zwei unterschiedliche Gruppen von Desqueeze-Verhältnissen - die in der Nachbearbeitung verwendete Berechnung, um anamorphotisches Filmmaterial wieder auf seine korrekten Proportionen zu „entspannen“.

Horizontaler Modus (auch beim Saturn V1):

  • 3:2-Sensor → wird auf ungefähr 2,4:1 entzerrt
  • 16:9-Sensor → wird auf ungefähr 2,8:1 entzerrt

Vertikaler Modus (exklusiv beim Saturn V2):

  • 9:16-Sensor → wird auf ungefähr 0,9:1 entzerrt
  • 2:3-Sensor → wird auf ungefähr 1,07:1 entzerrt, also nahezu auf ein quadratisches Bild

Dieser vertikale Desqueeze-Bereich bietet Editoren echte Flexibilität - eine nahezu quadratische Ausgabe im Format 1,07:1 eignet sich gut für Plattformen mit rasterförmiger Darstellung, während die Ausgabe im Format 0,9:1 näher am traditionellen, bildhohen 9:16-Hochformat bleibt.

Abschließende Gedanken

Vertikale Videos sind längst mehr als ein improvisierter nachträglicher Gedanke. Da Micro-Dramas, Markeninhalte für soziale Medien und vertikale Plattformen inzwischen eine echte Produktionskategorie darstellen, holen die dafür verwendeten Werkzeuge auf. Das drehbare Design des Saturn V2 zwingt nicht zu einer Entscheidung zwischen horizontaler Filmsprache und vertikalen Social-Inhalten - ein einziges Objektiv ermöglicht beides und bewahrt dabei den gleichen anamorphotischen Charakter in beiden Ausrichtungen.

FAQ

Was unterscheidet das Saturn V2 vom Saturn V1?

Das Saturn V1 ist ein ausschließlich für horizontale Aufnahmen ausgelegtes anamorphotisches 1.6x-Vollformatobjektiv, das in den Varianten mit blauem Lichtreflex und neutralem Lichtreflex erhältlich ist. Das Saturn V2 ergänzt einen integrierten 90°-Drehmechanismus für vertikale Aufnahmen sowie einen neutralen Lichtreflex, der sich an die Farbe der Lichtquelle anpasst.

Kann ich in derselben Sitzung horizontale und vertikale Aufnahmen machen, ohne das Objektiv zu wechseln?

Ja - genau dafür ist der Drehmechanismus des Saturn V2 gedacht. Das Objektiv wechselt direkt an der Kamera die Ausrichtung, ohne neu montiert werden zu müssen.

Wie viel kostet das SIRUI Saturn V2?

Ein einzelnes Saturn V2 kostet 599 US-Dollar. Das Set mit drei Objektiven (35 mm, 50 mm und 75 mm) kostet 1.699 US-Dollar.

Ist das Saturn V2 das einzige anamorphotische Objektiv, das sich für vertikale Aufnahmen drehen lässt?

Nein - die Blazar Beetle 1.33x-Serie verwendet ein ähnliches Drehkonzept in einer leichteren, kompakteren Form. Das Saturn V2 verfolgt denselben Ansatz als anamorphotisches Vollformat-Cine-Objektiv mit T2.9-Blende und einer stärkeren 1.6x-Kompression.

 

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